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Ein Bein - eine Prothese und vier Pfoten ... wie vier Colliepfoten eine Oberschenkelamputierte auf Trapp halten
Zigarettenpause geht nur mit stehen bleiben - macht nix
Nun ... wie und wo soll ich anfangen. Oh ja, am besten da wie ich Mekky kennen gelernt habe. Vor nun 5 Jahren hatte meine Schwester mir am Telefon gesagt, Sie habe einen Collie-Welpen. Als meine Sohn das hörte, wollte er unbedingt den Welpen sehen. Also sind wir zu Ihr gefahren. Der kleine Kerl war ein munterer, kleiner, frecher Collie. So wie Welpen sein sollen. Wir sind dann öfters zu meiner Schwester gefahren. An einem Tag dann war auch Mekky Jeppel dort, wir haben uns wunderbar verstanden. Wie Sie dann mal mitbekommen hat, dass mein Sohn auch gerne einen Hund, sprich Collie, haben möchte und ich natürlich auch, hat Sie mir von "Angel" erzählt. Angel, eine Collie-Hündin, war ein ehemaliger Welpe von Mekky, sie war bei einer sehr lieben Familie, jedoch war der Sohn sehr schwer erkrankt und deswegen suchten sie eine Familie welche Angel einen guten Platz bieten konnte. Über Mekky habe ich dann Kontakt zu der Familie bekommen. Dann, einige Tage später, sind wir zu der Familie gefahren. Ich habe sofort gesehen wie schwer es für die Leute war, der kleine Sohn war sehr traurig. Wir haben uns lange unterhalten und die Leute sahen, wie mein Sohn und Angel aufeinander reagierten. Die beiden mochten sich sehr. So haben wir unsere Angel bekommen. So fing die Freundschaft zwischen Mekky und mir an. Sie ist bis heute zu einer sehr engen Freundschaft gewachsen. Angel lebte sich sehr gut bei uns ein. Sie war ein Sonnenschein. Mein
Sohn verlor nach und nach das heftige Stottern, er wurde Bevor Angel zu uns kam war ich schon einige Jahre krank, mein linkes Knie hatte eine Entzündung durch einen Insektenstich, welche sich seit Jahren verschlimmerte, bedingt durch eine Knie-TEP (künstliches Kniegelenk, mit Metall-Anteil) wirkte kein Antibiotika mehr bei mir. So wurde dann ca. 2 Jahre bevor Angel zu uns kam die TEP entfernt. Die seelische und körperlich Verfassung von mir nahm immer weiter ab, es waren schon über 60 OP's welche ich ertragen hatte. Die Schmerzen waren Bestandteil meines Lebens geworden. Mein Sohn hatte auch sehr darunter gelitten. Es hatte sich dann bei mir mit der Zeit eine chronische Osteomyelitis entwickelt, dass ist eine Knochenmarksvereiterung. Die Erreger sind auch schon im Blut nach zu weisen gewesen. Doch durch Angel habe ich einen Schwung nach oben erhalten, ich ging wieder mehr nach draussen, die Leute haben es bewundert wie ein Hund doch den Lebensgeist erwecken kann. Sie sahen aber auch, dass mein Sohn ein anderer wurde, er war umgänglicher. Das Bein wurde durch eine Orthese (Beinschiene) stabilisiert, da es ja eigentlich nur an mir baumelte. Ich konnte nur mich mit dem anderen Bein und den Gehhilfen bewegen. Es war eine sehr schwere Zeit für uns. Doch Angel schaffte es, dass ich wieder lachen konnte. Dann an einem Tag, mein Sohn war bei Oma und Opa, wollte ich mit Angel
in Richtung Felder laufen, wir trafen dort ja immer Ihre Freunde. Also
wir wollten an der Seite von unserem Haus vorbei, doch Angel hat sich
geweigert, stellte sich vor mich, wollte in die andere Richtung ums
Haus. Na ja, ich bin also anders herum mit Ihr, auf dem Rückweg
war es das gleiche. Sie wollte einfach nicht. In der Wohnung war Sie
dann sehr unruhig, richtig nervös. Ging immer wieder zur Tür,
kam zu mir und ging wieder zur Tür. Dann, einige Wochen nach dem Brand, wir hatten uns mit einigen Anderen
zum Spazieren verabredet, standen wir an der Strasse und wollten darauf
rüber gehen zu können. Da ist die Leine am Karabiner, am Halsband
gerissen. Angel hörte Kinder schreien, Sie rannte los. Ich rief
und pfiff, doch sie reagierte nicht. Sie ist von einem Wagen erfasst
und überrollt worden. Sie war sofort tot! Meine Trauer hat mich in ein Loch fallen lassen, ich hatte nicht die Kraft wieder aufzustehen. Wir sind beide in unserer Trauer ertrunken! Ich hörte und sah den Unfall unserer Angel Nacht für Nacht für Nach für Nacht ...
Einige Wochen später kam ich dann ins Krankenhaus und es wurde mein linkes Bein am Oberschenkel amputiert. Ich hatte damals auch körperlich immer mehr abgebaut. Nicht nur eine Seele trauert, auch ein "Körper" macht das. Meine Abwehrkräfte nahmen immer mehr ab und die Erreger aus meinem entzündeten Bein, haben eine Blutvergiftung hervor gerufen. Ich wurde wieder mal ins Krankenhaus eingeliefert. Zu der Zeit war ein Professor an das Krankenhaus gekommen, den ich von meiner Arbeit her gut kannte. Wir, na besser er, sagte, er wolle alles tun bei der OP die gemacht werden würde um mein Bein zu erhalten. Aber ich musste dort schon eine Einwilligung unterschreiben, dass, wenn es nötig ist, das Bein während der OP zu amputieren. Da mein Körper sehr geschwächt war, wollte er mir eine 2.OP ersparen. Es ist so als ob man sich selber aufgibt. Ich habe eingewilligt. Ich weiß nicht mehr was an dem Tag vor der OP alles war, mir
wurde gesagt, dass ich nur geweint habe. Ich weiß auch nicht was
an dem Morgen der OP alles war. Es ist einfach nicht da in meiner Erinnerung.
Durch die hohe Gabe des Morphium habe ich auch keine Erinnerung an die
ersten Tage nach der Amputation.
Ich habe vier lange Woche nach der Amputation im Krankenhaus gelegen.
Ich habe um Angel in der Zeit sehr getrauert. Mekky hatte ja nach dem
Unfall erfahren, dass Angel tot ist, Sie war genau so traurig wie mein
Sohn und ich. Zudem kam dann aber der Wunsch, dass wir wieder einen
Collie wollten. Trotz der Amputation, die mein ganzes Leben veränderte
und mich sehr einschränkte, kam ich von der Sehnsucht nach einem
Collie einfach nicht los. Immer dann, wenn ich allein war, habe ich mir Vorwürfe gemacht. Vorwürfe meinen Sohn enttäuscht zu haben! Wie sollte es weiter gehen? Was sagen die anderen zu jemandem, dem ein Köperteil fehlt? Wie sieht mein Sohn mich jetzt? Bin ich noch so wie vorher? Wie wird unser Leben jetzt? Fragen über Fragen stürmten auf mich ein. Aber Antworten habe ich zu der Zeit nicht gefunden. Man schaut an sich runter ... und es fehlt das Bein. Gegenüber anderen habe ich diese Zweifel nie gezeigt. Ich habe auch nicht drüber gesprochen. Ob das ein Fehler war? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich am Ende angelangt war. Dann an einem Tag, mein Sohn war bei mir im Krankenhaus, haben wir uns angeschaut und haben geweint. Beide haben wir geweint! ... Uns fehlte Angel! Das Bein war ab! Beides Unwiderruflich, beides nicht mehr rückgängig zu machen, beides zum heulen. Mein Sohn meinte zwischen seinen ganzen Tränen: Mama las uns wieder einen Collie haben, so wie Angel! ... warum er das wollte? Ich weiß es nicht. Ich habe ihn auch nie gefragt, ich weiß nicht warum nicht, aber ich habe es nie getan. Ich wollte Ihn doch nicht schon wieder enttäuschen und so sagte ich: Ja Das wurde dann Mekky natürlich mitgeteilt. Wir wollten wieder einen Colliehaben. Es waren so einige Anrufe zwischen Mekky und mir bis sie sagte sie wolle sich umhören. Dann, irgendwann in einem Gespräch sagte Sie mir, Sie könnte mir einen Collie-Rüden vermitteln. Alex. Als ich aus dem Krankenhaus kam, sind wir am nächsten Tag zu Alex gefahren. Von der Besitzerin, welche auch gleichzeitig die Züchterin des Rüden war, ist uns dieser Rüder enorm und überschwänglich angepriesen worden. Ich habe mich mit meinem Sohn auch ohne Worte verstanden und er dachte das gleiche wie ich ... so haben wir also den Rüden mitgenommen. Er war in meinen Augen und den meines Sohnes, abgeschoben worden. Die Züchterin konnte es gar nicht erwarten, dass er endlich weg ging. Wir sollten noch erfahren warum. Sehr schnell haben mein Sohn und ich gemerkt wie dieser Alex wirklich drauf war ... er war ein Fall für sich. Er sollte laut der Aussage der Züchterin ja sehr gehorsam sein. Das war leider nicht der Fall. Mein Sohn, er hatte schon so einiges an Kraft konnte den Rüden kaum halten. Sobald er andere Hunde sah, stand der in der Leine, und wollte seinen Gegenüber angreifen ... ohne Grund. Egal ob Rüde, Hündin ... sogar Hündinnen in der Standhitze. Normal fanden wir das nicht. Ich war ja noch immer mit Gehhilfen am Laufen, so sah ich zu, dass mein Sohn mit Ihm raus ging. Manchmal war es jedoch der Fall, dass ich mit Ihm alleine gehen musste. Eine unheimliche Belastung für mich. Wenn ich schon von Weitem einen anderen Hund sah, bin ich entweder anders rum oder wenn es nicht mehr möglich war, habe ich Alex an einem Baum oder Laterne festgemacht bis die Gefahr vorüber war. Keine sehr artgerechte Weise für einen Hund, aber mit meinen beiden Krücken blieb mir nichts anderes übrig. Der Rüde tat mir trotzdem unheimlich leid, weil ich es nicht riskieren konnte, dass er, wie normale Hunde dies halt tun, mit anderen Hunden spazieren gehen oder mit anderen Hunden spielen konnte. Diese Mitleid lies mich den Armen viel zu lange behalten. Aber irgendwann ging es nicht mehr. Ich habe mich dann mit Mekky besprochen und wir waren uns einig, der Rüde musste von dem Züchter wieder zurück genommen werden. Es war für mich viel zu gefährlich mit solch einem Hund zu laufen. Und auch sonst konnte ich ihm nicht gerecht werden. Ich dachte, dass der Züchter sich Alex Problems annehmen wird. Der Züchter wollte das alles nicht mal so richtig glauben, und wollte zuerst von einer Rücknahme des Rüden nichts wissen. Na ja, ich hab dann aber ganz klar gesagt, dass ich möchte, dass Bodo wieder abgeholt wird, weil ich die Verantwortung nicht mehr übernehmen konnte. So wurde er leider wieder abgeholt. Es war für Ihn und uns unheimlich traurig, doch es hatte keinen Sinn. Manchmal ist die "Vernunft" ein grausamer Ratgeber. Der Kopf sagt dies, das Herz was anderes ... aber ich musste den Kopf und die Vernunft siegen, und das Herz weinen lassen. Später habe ich dann erfahren, dass der arme Kerl sehr schnell wieder weitervermittelt wurde und sich der Züchter nicht um das Verhaltens-Problem des Rüden gekümmert hat. Schade eigentlich. Ich hätte ja gerne ... aber so leid es mir tut ... es ging damals einfach nicht. Wenn ich noch zwei gesunde Beine gehabt hätte, und nicht mit zwei Krücken hätte rum laufen müssen, wäre alles anders gekommen ... aber so ... Ich hoffe für ihn, dass er einen wirklich einfühlsamen Menschen gefunden hat, der sich seiner und seines Problems angenommen hat, und ihm vielleicht doch noch ermöglicht hat ein normales "Hundeleben" zu führen! Meiner Freundschaft mit Mekky tat dies aber keinen Abbruch. Wir blieben in Kontakt und sie wusste natürlich, dass der Wunsch nach einem Collie immer noch da war. Erst Angel, dann das Bein, dann die schwierige und nicht mehr tragbare Situation mit Alex ... es lief doch alles scheiße ... und ich hatte immer noch keinen Collie mit dem mein Sohn und ich wieder glücklich werden konnten. Eines Tages erzählte Mekky dann bei einem Anruf, dass Ihre Hündin
belegt worden sei. Als mein Sohn das hörte, wollte er direkt dahin,
aber es dauerte ja noch bis der Wurf kam. So vergingen die Wochen und
wir warteten. Der Wunsch nah einem Collie war ja immer noch präsent
... es musste nur der geeignete gefunden werden. Ein Welpe von Mekky
wäre schon nicht schlecht, da konnte ich wenigstens von Anfang
an sicher sein, dass Erziehung und Sozialisierung in den richtigen Bahnen
läuft. Da konnte ich wenigstens sicher sein, dass ich einen "normalen"
Collie bekommen würde, was für mich in meiner Situation, die
beste Möglichkeit war, überhaupt wieder einen Collie haben
zu können. Wir setzten uns in den Zug und fuhren von Bocholt zu Mekky nach Wesel. Obwohl es nur eine halbe Stunde Fahrt ist von Bocholt nach Wesel, ist
mir doch so einiges durch den Kopf gegangen. Auf einmal war da wieder
unsere Angel, sie schaute mich wieder an mit fragenden Augen, dann das
Geräusch bei Ihren Unfall. Dann der Gedanke wie wird Mekky sich
gegenüber mir verhalten? Ich war doch noch immer mit Gehhilfen
unterwegs, da war noch Mein Sohn war ebenso tief in Gedanken versunken wie ich, aber an Seinen
Augen konnte ich sehen es war die Vorfreude auf Mekky, Lady und die
Welpen. Es war ein Lächeln in Seinen Augen. Das hat mir gesagt,
ja doch ich habe es wohl richtig gemacht mit der Zusage zu dem Besuch
bei Mekky. Wir sind dann also in Wesel raus aus dem Zug und schnell
zum Bus gelaufen. Die Nummer von dem Bus wussten wir ja, doch nicht
so genau wann denn die Haltestelle kommt wo wir raus müssen. Wir
fragten den Busfahrer, der sagte uns, es sei die zweite Haltestelle.
Also sind wir an der Haltestelle raus, da wir uns nicht in Wesel auskannten
haben wir Leute gefragt wo die Strasse sei. Wir waren komplett falsch
gewesen, also durften wir auf den nächsten Bus warten. Mein Sohn
fragte mich dann, ob wir einen Welpen nehmen würden. Na ja, es
war keine Frage, es klang eher wie ein Flehen. Ich wusste nicht so ganz
wie ich Ihm das beantworten konnte. Wie soll man etwas sagen vor dem
man doch eigentlich zurück schreckt? Auf jeden Fall habe ich versucht
zu erklären, dass es einzig davon abhängt, ob da ein Welpe
dabei sei, bei dem es bei mir funkt. Dann müsste natürlich
auch Mekky damit einverstanden sein, da Sie entscheidet was für
Ihre Welpen in Frage kommt oder auch nicht. Lady begrüßte uns genauso herzlich wie Mekky. So was tut
gut. Dann sahen wir die Welpen, drei aufgeregte knuddelige Collies.
Es war ein blue-merle, Alonso, ein tricolor Rüde, Aladin und eine
tricolor Hündin, Alia. Mein Gott ich hätte die drei drücken
können ohne Ende. Alonso war etwas schüchtern, er versteckte
sich bei Mekky. Sie sagte, dass Alonso bei Ihr bleibt, da er nicht weg
möchte. Er ist bildhübsch ... dass ich das dachte hat Mekky
mir wohl angesehen. Aladin, der ist ein sich präsentierender Welpe
gewesen. Er stellte sich sofort in den Mittelpunkt. Alia, war die ausgeglichendste
von allen. Sie war zwar sachte, doch genauso voller Temperament. In
ihr habe ich Angel wieder gesehen. So gegen Abend haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht. Nein wir
wurden nicht mit dem Auto gefahren, wir sind so wieder zurück wie
wir gekommen sind. Da ich ja gesehen hatte, dass So haben wir also Alia nach Hause gebracht. Zuhause angekommen haben wir mit Mekky telefoniert und berichtet wie
die Fahrt war. Stolz haben wir Ihr erzählt was Alia doch für
ein unerschrockener Collie-Welpe ist. Natürlich sind wir noch ein
paar Mal mit Ihr Gassi gewesen an dem Tag, und da war es schon zu merken
gewesen, wie sie einmal sein wird. Sehr aufmerksam und gelehrig. Am nächsten Tag habe ich dann angefangen mit Alia zu arbeiten, spielen, schmusen. Ich bin sehr auf Sie eingegangen und Sie sehr auf mich. Damit haben wir einen sehr guten Start gehabt. So haben wir also alles zusammen gemacht, die ersten Wochen vergingen wie im Flug. Sie war sehr neugierig, wollte einfach alles erkunden. Immer hing Sie mit Ihrer Nase bei dem bei was ich gerade gemacht habe. Ich habe schnell gemerkt, dass Sie fürs Ball spielen viel übrig hatte. Also habe ich begonnen immer dann wenn Sie etwas richtig gemacht hatte mit Ihr und dem Ball zu spielen. Das fand Sie toll. So habe ich halt beim Grundgehorsam mit dem Ball mit Ihr gearbeitet. Bei jeder Kleinigkeit habe ich Sie mit dem Ballspiel belohnt. Sie war fix beim Lernen. So vergingen die Wochen, ich habe natürlich auch die Spaziergänge und den anderen Leuten mit Ihren Hunden genossen. Mir ist aufgefallen, dass die Leute nicht mehr von meiner Gehbehinderung abstand hielten. Nein, Sie nahmen mich so wie ich war. Egal, ob nun eine Strecke nicht von mir gelaufen werden konnte wegen der Gehhilfen. Sie machten halt kehrt und wir gingen woanders lang. Auf einmal gehörte ich dazu. So habe ich doch gemerkt, dass man sich nicht verstecken braucht wenn man eine Behinderung hat. Zur Mekky sind wir natürlich weiterhin zu Besuch gefahren. Ich glaube Sie hat diese Veränderungen an mir auch sehr schnell bemerkt. Wir haben uns einfach über alles mögliche unterhalten, aber im Mittelpunkt stand immer Alia. So vergingen also die ersten Monate mit Alia. Wir hatten Sie ja als Familienhund geholt, doch in der kurzen Zeit hat sich herausgestellt, dass Alia mehr war als nur ein „Familienhund“. Sie hatte ein Talent welches mich veranlasste Alia noch mehr beizubringen. Sie fing an mir Sachen, die mir runter gefallen waren aufzuheben und in die Hand zu geben. Das „in die Hand geben“ hatte Sie ja mit dem Ballspiel schon gelernt. Ich habe dazu auch immer wieder die gleichen Wörter gesagt, wollte einfach mal testen ob Sie auch die Dinge, die Sie aufheben sollte dem Wortlaut zuordnen konnte. Es war ein Anfang gemacht. Wer jetzt meint ich hätte nur den ganzen Tag damit verbracht Alia zu dressieren der irrt sich, ich wollte einfach nur testen ob wir auch soweit kommen könnten, dass Sie mir hilft. Aber Sie hat auch schon mal Unsinn gemacht. Ich bin mal schnell unter die Dusche gehüpft, hatte jedoch vergessen die Tür zum Bad zu schließen. Alia gar nicht dumm stand dann mal eben mit mir unter der Dusche. Solche Sachen eben. Ein Beispiel: Ich war mit Ihr und den Freunden spazieren im Schnee, den Schnee liebt Sie ja, na ja ich bin in ein Loch getreten und habe ganz dezent eine Judorolle gemacht, Alia fand Sie müsste es auch machen, lag halb auf mir und schlabberte mir durch das Gesicht. Unsere Freunde fanden das sehr komisch! Alia hatte bei Ihrem Unterricht immer begeistert mitgemacht. Es ging dann dazu über, dass sie mir beim Schuhe und Socken ausziehen helfen sollte. Gar nicht so einfach, da Sie doch nur mit Überredung dazu bereit war an etwas von mir zu zerren. Aber nach vielen Übungen klappte es dann doch noch. Was ich Ihr nicht anerzogen habe, ist Ihre Wachsamkeit, ihr Bestreben mich zu beschützen. Aber die Wachsamkeit ist da. Es war mal wieder abends und wir wollten noch eine Runde drehen. Ich gehe also mal wieder Gedankenverloren mit Alia durch die Gegend, da kam ein Typ aus dem Gebüsch und hat mir eine verpasst. Alia war ja an der Leine, die habe ich vor Schreck fallen lassen. Sie ist direkt und ohne eine Vorwarnung oder einem Kommando von mir auf den Typen los, hat ihn angesprungen und hat zugebissen. Ich war wie erstarrt. Der Typ ist dann weggerannt. Zwei Stunden später rief mich ein Bekannter an, er ist Polist, und sagte mir, dass gegen mich Anzeige erstatte wurde. Er hat mich dann gefragt was passiert sei. Ich habe es Ihm erzählt. Darauf hat er gesagt, dass ich Anzeige gegen den Typen stellen sollte, ich habe das auch getan. Ich war auch beim Arzt gewesen und konnte damit meine Anzeige untermauern. So hat Alia mich beschützt, ohne dass ich es mit Ihr trainiert habe. Ich liebe meinen Collie! Wir haben dann unsere Übungen weiter gemacht. So ist es auch noch heute, ich wiederhole die Übungen immer wieder mal. Belohnt wird Sie dann mit dem Ball, das ich mich mit Ihr schon mal auf die Erde lege mit Ihr tobe, halt irgendwelchen Unfug anstellen den sie gerne hat. Auf meinem Geburtstag hat Sie auch wieder so ein Ding gebracht. Ich habe noch geschlafen, war ja sehr spät geworden. Tja, ich habe nicht gehört, dass auf meinem Handy eine SMS gekommen ist. Alia ist ja gar nicht dumm und hat mir das Handy neben mich auf das Kopfkissen gelegt. Bei der nächsten Erinnerung stand ich senkrecht im Bett und war hellwach. Happy war Sie darüber, hat richtig gegrinst. Ich sag es ja immer wieder ... mein Collie kann denken. Geschichte wird fortgesetzt ...
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